Haus am Wald
Kiekemaler Str. 7
12623 Berlin
Tel:(030) 56 77 837
E-Mail: Dialoghausamwald@aol.com
Leiterin: Margret Ebel
Aktuelle Termine:
Es sind derzeitig keine Termine für diese Kita vorhanden.
Die Kita „Haus am Wald“ befindet sich in Mahlsdorf in unmittelbarer Nähe eines Waldes, dem Landschaftsschutzgebiet Mittelheide. Die Kita ist täglich von 6 bis 17.30 Uhr geöffnet.
In der Kita werden bis zu 45 Kinder ab dem ersten Lebensjahr bis zum Schuleintritt aufgenommen. Sie werden in zwei altersgemischten Gruppen auf den zwei Etagen der Stadtrandvilla von sieben Erzieherinnen, einer Köchin und einem Hausmeister begleitet.
Jede Gruppe hat auf ihrer Etage neben einem großen Gruppenraum einen eigenen Raum der Ruhe, der Worte und des Wissens – mit eigener kleiner Bibliothek und einem Computerarbeitsplatz, einen Raum zum Bauen und Konstruieren sowie Platz zum Experimentieren und für erste naturwissenschaftliche Erfahrungen. Die Materialien in den Forschungsräumen werden in bestimmten Abständen gewechselt, so dass die Kinder immer neue Sachen entdecken können. Prinzip in der Arbeit ist es, den Kindern Zeit für ihr selbstständiges Erkunden zu lassen. Ein wichtiger Lebens- und Lernraum für die Kinder ist der Wald.
Der Wald als großes Wohnzimmer vor der Kitatür » mehr
„Ich bin in einem Garten groß geworden und deshalb sehr glücklich, dass wir mit dem Wald vor unserer Kitatür den Kindern ein großes Lern- und Erfahrungsfeld bieten können. Wir möchten, dass die Kinder die Natur erfahren können und gehen deshalb auch bei Regenwetter raus, dann eben mit Matschhose und Gummistiefeln. Wöchentlich gibt es in unserer Kita einen Waldtag, an dem wir die Heide in unser Wohnzimmer verwandeln. An jeder Ecke gibt es etwas anderes zu entdecken.
Auf den Waldwegen unternehmen wir Wettspiele. Der unebene Boden, auf der Erde liegende Baumstämme und hängende Äste sind herausfordernd wie ein Abenteuerspielplatz. Die Kinder können klettern, steigen oder kriechen. Stöcke, Laub und Kiefernzapfen laden sie zu Phantasiespielen ein. Eine Hecke wird zum Eisstand. Ein Ast zur Eiswaffel, die Blätter zur Eiskugel. Da erleben die Kinder Naturwissenschaften und Ökologie zugleich. Sie erfahren etwas über Gefahren im Wald und wie sie ihn pflegen können – und zwar nicht theoretisch, sondern in einer für die Kinder bedeutsamen Weise beim praktischen Tun. Am Waldtag sind wir normalerweise vom Frühstück bis zum Mittagessen unterwegs. Mitunter aber lassen wir uns auch die Suppe zum Waldspielplatz bringen und die Kleinen halten auf Decken im Schatten Mittagsruhe. An solchen Tagen spiegeln uns die Kinder mit ihrem Verhalten, dass sie vor allem die Offenheit schätzen, mit der sie sich bewegen können. Sie selbst entdecken die Dinge, suchen, was sie anspricht. Und diese tiefen sinnlichen Erfahrungen werden sie ein Leben lang im Gepäck haben, egal wohin ihr Weg sie einmal führen wird.“
Jutta Schreck, Erzieherin
In den Gruppen leben Kinder von einem Jahr bis zu sechs Jahren zusammen. Diese Altersmischung bietet ihnen vielfältige Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten. Durch das Aufeinandertreffen unterschiedlichster Bedürfnisse erfahren die Kinder, wie man Rücksicht nimmt, sich hilft, austauscht und was Gemeinschaft bedeutet. Sie erleben Zuwendung, Sympathie und manchmal auch Antipathie, Ermunterung und Stärkung und sie haben die Möglichkeit, ihre Spielpartner selbst auszusuchen. Die Kinder erwerben im Miteinander wichtige Kompetenzen. Besonderen Wert legen die Erzieherinnen auf die Mitbestimmung der Kinder. Sie selbst gestalten ihren Alltag mit.
Kinder bestimmen mit » mehr
„Uns ist wichtig, dass die Kinder immer wieder erfahren: Sie sind die Wichtigsten hier im Haus. Dazu gehört für uns, sie in die Gestaltung des Alltags einzubeziehen und zu fragen, was sie sich wünschen. Auf diese Weise entstand z.B. der Garten hinter unserem Haus – indem die Kinder und die Eltern ihre Ideen für einen anregenden Garten äußerten und aufmalten. Zu Beginn jedes neuen Kindergartenjahres planen wir mit den Mädchen und Jungen: Was ist euch wichtig?
An welchen kulturellen Unternehmungen habt ihr Interesse? Stimmt die Ausgestaltung der Räume noch? In unserem Haus ist es üblich, dass wir uns mit den Kindern zusammensetzen, wenn ein Fest ansteht oder wenn die Kinder sich nicht verstehen. Dann fragen wir sie: Welche Ideen habt ihr für die Feier? Welche Vorschläge habt ihr, wie die streitenden Kinder einander begegnen können? Meist fällt ihnen viel mehr ein als nur sich aus dem Wege zu gehen. Immer freitags schauen wir gemeinsam auf die Woche zurück: Was ist gut gelaufen, was nicht? Auf diese Weise lernen die Kinder, sich zu äußern. Dabei geht es um eine sprachliche, zugleich auch eine demokratische Lernerfahrung. An der Entwicklung, die sie in der Kita nehmen, sehe ich, dass ihnen auch dieses Forum hilft, selbstbewusster zu werden.“
Marianne Walther, Erzieherin
Von den sieben Erzieherinnen hat sich eine auf dem Gebiet der Integration von Kindern mit Behinderung sowie der Medienpädagogik qualifiziert. Eine andere lernte, Yoga an Kinder zu vermitteln. Darüber hinaus übernimmt jede Kollegin die Verantwortung für einen inhaltlichen Schwerpunkt, für den sie besondere Fähigkeiten besitzt, Weiterbildungen besucht und dadurch die Arbeit des Teams bereichert. Wichtige Themen sind dabei die sprachliche Entwicklung der Kinder, naturwissenschaftlich-technische Erfahrungen, Erkundung der Natur, Bewegung sowie Ernährung. Die Erzieherinnen nutzen gern spezielle Fähigkeiten der Eltern und anderer Menschen aus dem Wohngebiet, um die Interessen der Kinder zu beantworten.
Spitzenköche in der Kita » mehr
„Die Kita hat ein tolles Prinzip: Sie will, dass die Kinder von den Experten aus erster Hand Wissen über deren Berufe bekommen. Schon meine Kinder wurden von einigen Erzieherinnen der Kita betreut. Auf diese Weise bin ich mit dem Haus seit 20 Jahren verbunden – nun als Koch. Abwechselnd bereite ich einmal im Monat mit den Kindern und dann wieder mit ihren Eltern ein Essen zu, das wir gemeinsam genießen. Außerdem rede ich mit ihnen über Nahrungsmittel und Essen.
Für die Kinder bin ich ihr „Kater Cook“, wie die Werbefigur für den Ernähungsführerschein des Verbraucherschutzministeriums heißt. Sie werden von mir zu Sterneköchen ausgebildet. Nach jedem Treffen ziert ein weiterer Stern ihr Papier-Kochkäppi. Zuvor unterhalte ich mich mit ihnen z. B. darüber, wie Möhren wachsen, warum sie gesund sind und bereite mit ihnen z.B. Möhrenautos zu. Oder ich backe mit ihnen Brot, das wir mit Quark und Kräutern essen.
Mit den Eltern gibt es mitunter Diskussionen, ob es gut ist, mit Essen zu spielen. Mir ist wichtig, dass die Kinder Nahrungsmittel anfassen, schmecken, riechen und mit allen Sinnen genießen – und das tun Kinder durch das Spiel. Denn der Genuss am Essen geht vor lauter Fastfood-Essen leicht verloren. Deshalb gebe ich den Eltern auch Tipps, wie sie Zeit sparen und mit Fertigprodukten sinnvoll umgehen können. Z.B. können sie mit einem geriebenen Apfel ins Apfelmus den Nachtisch aus dem Glas aufwerten und ihren Kindern etwas Gutes tun, ohne sich selbst zu überfordern. Mit ihnen spreche ich auch darüber, welche Getränke für Kinder empfehlenswert sind, wie man gesund über den Winter kommt und wie sie sich auf dem Markt mit der riesigen Produktpalette gut orientieren. Was mich so lange Zeit bei der Stange halten lässt? Gerade von Kindern kriegt man immer sofort Feedback und weiß, ob man den Nerv getroffen hat oder nicht.“
Karsten Schaale, Koch und Ernährungsberater
Das „Haus am Wald“ entwickelte seine eigene Kultur des Feierns. Das jährliche Sommerfest ist jeweils der Höhepunkte eines längeren Projektes. Zum Weihnachtsfest führen die Eltern jedes Jahr ein Theaterstück vor, für das sie selbst Kostüme und Bühnenbild gestalten.
Wir pflegen Traditionen, die uns miteinander verbinden » mehr
„Wir sind stolz auf die Traditionen in unserem Haus, die uns ein Gefühl von Gemeinschaft geben. Den Kindern, wie uns geben sie die Sicherheit, dass – auch wenn sich viele Dinge um uns herum verändern – es auch Etliches gibt, was bleibt und worauf man sich verlassen und freuen kann. Deshalb haben wir unsere eigene Kultur von Festen und Feiern entwickelt. Darin sind die Elterin fest eingebunden. Von den ersten Ideen bis zu eigenen Aktivitäten sind sie dabei.
Seit einigen Jahren beginnen wir jedes Jahr im Frühjahr ein großes Projekt, das in ein gemeinsames Sommerfest mündet. So erkundeten die Kinder in einem Jahr wochenlang das Leben im Mittelalter, ein anderes Mal, was es heißt, gesund zu leben. Die Eltern gestalten dann z.B. zum Sommerfest ein zu diesem Thema passendes Essen. Der Höhepunkt ist immer der Familienwettbewerb, bei dem Kinder und Eltern beim Lösen kniffliger Fragen und Aufgaben zu dem Thema oder bei sportlichen Herausforderungen um Punkte wetteifern. Kinder, Eltern und Erzieherinnen genießen es, gemeinsam aktiv zu sein. Zugleich ist es eine wunderbare Möglichkeit für uns, den Eltern Einblick in unsere Bildungsarbeit zu geben.
Einmal im Jahr begeben wir uns mit den Kindern ab vier auf eine Gruppenfahrt in die nähere Umgebung. Für die Mädchen und Jungen ist es eine große Herausforderung, sich selbst zu beweisen, dass sie bereits für eine Woche wegfahren können und sich auf andere Menschen und eine fremde Umgebung einlassen können.
Zum Kindertag freuen sich die Mädchen und Jungen lange vorher darauf, eine Nacht in der Kita verbringen zu können – am Abend gemeinsam zu kochen und zu essen, vor der Nachtruhe Gespenster zu vertreiben und dann am Morgen zu frühstücken. Und nach drei, vier, fünf Kita-Jahren freuen sich unsere Sprösslinge auf das Abschiedsfest der Großen. Zudem bauen wir eine große Tafel im Garten auf und lassen mit Spielen und Liedern die Kitazeit Revue passieren. Dann bekommen die Kinder auch ihr Kita-Buch. Aus den Fotos, kleinen Episoden und den eigenen Arbeiten können sie dann ablesen, wie viel sie in der Kita lernten und auch in dieser Dokumentation drückt sich das Leitprinzip unserer Arbeit aus: Zu sehen und zu zeigen, was die Kinder können.“
Margret Ebel, Kita- Leiterin
Mit den Eltern sind die Erzieherinnen nicht nur bei diversen Elterngesprächen und den Kitafesten in Kontakt. Die Kita hat auch eine sehr engagierte Elternvertretung. Mit ihr beraten sich die Erzieherinnen auch über die Entwicklung des Hauses.
Die Förderung der sozialen Kompetenzen hat Priorität » mehr
Die Eltern unserer Kita können sich je nach Bedürfnis und zur Verfügung stehender Zeit vom offenen Informationsaustausch über die Entwicklung des Kindes bis hin zur partnerschaftlichen Mitgestaltung von Aktionen und Plänen einbringen. Das kurze Feedback „zwischen Tür und Angel“, Elterngespräche bei denen der Entwicklungsstand des Kindes genauer besprochen wird und mindestens einmal jährlich stattfindende Elternversammlungen, zu Beginn des Kitajahres, bieten neben Aushängen und Dokumentationen die Basis, damit jeder über den Kitaalltag seines Kindes informiert ist. Bei Fragen und Problemen können durch direkte, offene Nachfrage gemeinsam Lösungen für besondere Anliegen gefunden werden.
Bei dem umfassenden pädagogischen Ansatz der Kita und den vielen tollen Ideen, die unsere Erzieherinnen für die Kinder haben, braucht es aber auch tatkräftige Unterstützung durch die Eltern. Ein Kuchen für das Osterpicknick oder Drachenfest im Marzahner Park und andere Ausflüge, Leckeres für das Sommerfest oder einfach Unterstützung durch Begleitung bei Ausflügen sind, auf alle Schultern verteilt, schnell beigesteuert. Zum besseren Kennenlernen und „Eingewöhnen der Eltern“ basteln wir in der Vorweihnachtzeit für die Kinder ein kleines Geschenk bei Glühwein und Plätzchen. Der Höhepunkt der Weihnachtsfeier sind nicht unbedingt die Geschenke, sondern das Theaterstück der Eltern für die Kinder.
Zu Beginn des Kitajahres werden in den Gruppen Elternsprecher gewählt, die von der Kitaleitung enger in Planungen in und um die Kita, für Feste und Projekte einbezogen werden. Hier werden Probleme besprochen, entstehen neue Ideen, vergangene Aktivitäten werden ausgewertet und neue organisiert. Nicht selten können Mama oder Papa ein Hobby, ihren Beruf oder eine interessante Idee einbringen, um für die Kinder den Alltag in der Kita spannend zu machen.
Das Prinzip bei jeder Art der Elternarbeit an unserer Kita ist der offene Austausch mit den Erzieherinnen zum Wohle des Kindes. Gemeinsam an einem Strang ziehen, für die Entwicklung des Kindes, klappt in unserer Kita mit Eltern als Partner der Erzieherinnen. So stärken wir Eltern die Umsetzung des pädagogischen Konzeptes, helfen Probleme im Sinne der Kinder konstruktiv zu lösen und unterstützen und motivieren die Erzieherinnen bei der Arbeit mit unseren Kindern.
Bettina König, Mutter und Elternvertreterin
Zusätzliche Angebote:
- Musik und Bewegung mit einer Opernsängerin
- Frühenglisch mit einem Muttersprachler
- Yoga mit einer Kollegin
- Verkehrserziehung
- Ernährungserziehung mit "Kater Cook"
Die Kita-Leiterin Margret Ebel über die Besonderheiten ihrer Kita:
„Die unmittelbare Nähe zum Wald und unser abenteuerlich-spannender Garten prägen entscheidend den Alltag in unserer Kita.
Die Kinder haben unendlich viele Möglichkeiten, durch echte und intensive Naturbegegnungen sowie handelndes Erleben eine Beziehung zur Natur aufzubauen. Sie erleben auf natürliche Weise den Lauf der Natur. Sie nutzen ausgiebig die Möglichkeit auch einmal ungesehen und ungestört zu entdecken, auszuprobieren und zu experimentieren sowie ihren Bewegungsdrang auszuleben und dabei ihre Fertigkeiten zu erproben und zu erweitern.
Wir beobachten, dass die Kindern durch die Zeit in unserer Einrichtung immer fitter, selbstbewusster, geschickter und mutiger werden und es genießen, frei zu sein.“ » Zum Panorama