Montessori-Kinderhaus
Lubminer Str. 37 a
12619 Berlin
Tel: (030) 56295079
Mail: monte-kinderhaus@web.de
Leiterin: Barbara Korth
Aktuelle Termine:
Es sind derzeitig keine Termine für diese Kita vorhanden.
Das kleine Montessori-Kinderhaus befindet sich nahe dem neu gestalteten Wuhletal in einem Anbau an einem Neubauwohnblock.
Es hat von Montag bis Freitag von 6 bis 17.30 Uhr geöffnet.
Aufgenommen werden bis zu 25 Kinder vom ersten Geburtstag bis zur Einschulung. Sie spielen, lernen und arbeiten in einer altersgemischten Gruppe, ähnlich wie in einer Familie.
Alltag wie in einer Familie » mehr
"Wir leben mit den 25 Kindern unseres Kinderhauses wie in einer großen Familie zusammen. Durch die Gruppengröße und die vorbereitete Umgebung im Kinderhaus entsteht diese familiäre Atmosphäre. Uns ist wichtig, dass jedes Kind entsprechend seinen individuellen Besonderheiten ein aktiver Gestalter des Kinderhausalltages ist. Dabei haben sie auch die Möglichkeit vieles, was zum normalen Ablauf in einer Familie gehört, zu erleben und mitzumachen.
Wenn wir am Vormittag mit ihnen ins Freie gehen, nutzen wir z.B. einmal in der Woche die Gelegenheit, mit einer kleineren Gruppe einzukaufen. Wir überlegen gemeinsam, was wir brauchen, was gesund und lecker ist. Im Kinderhaus helfen die Kinder beim Staubsaugen, wischen und fegen, decken den Tisch, räumen auf, bereiten Mahlzeiten mit vor, sind im Garten fleißig. Sie beweisen täglich, wie viel sie schon können, lernen im Tätigsein eine Menge dazu. Die Kinder sind stolz, einen wichtigen Beitrag im Kinderhaus leisten zu können. Kinder wollen nicht einfach versorgt werden. Sie wollen selbst nützlich sein. Das können auch die Größeren schon gegenüber den Kleinen. Sie gehen hin und trösten sie, wenn sie mal traurig sind, genießen es, ihnen zu helfen und zu beschützen. Sie erklären ihnen ihre Welt und vertiefen auch dadurch ihre Sprachfähigkeiten. Die „Kleinen“ wiederum nehmen auf, was sie bei den Größeren sehen. Alle Kinder gemeinsam erwerben auf diese Weise für ihr Leben wichtige kognitive und soziale-emotionale Kompetenzen bei ganz alltäglichen Dingen.“
Stephanie Goltz, Erzieherin
Durch den Tag werden die Kinder von drei Erzieherinnen, einer Mitarbeiterin in berufsbegleitender Ausbildung sowie einer Hauswirtschafterin begleitet.
Die Leiterin ist ausgebildete Montessori- Facherzieherin und Facherzieherin für Sprache. Eine Erzieherin ist Facherzieherin für Integration. Das Team orientiert sich in seiner pädagogischen Arbeit an den reformpädagogischen Ideen von Maria Montessori.
Montessoriarbeit gibt dem Alltag eine klare Struktur » mehr
Der Alltag in unserem Kinderhaus wird durch die Montessoripädagogik geprägt. Für uns ist es faszinierend zu erleben, wie die von Maria Montessori entwickelten Materialien die Kinder unterstützen, die Welt mit allen Sinnen zu begreifen. Die italienische Pädagogin schrieb: „Nicht das Kind soll sich der Umgebung anpassen, sondern wir sollten die Umgebung dem Kind anpassen.“ Dementsprechend verfügt unser Kinderhaus über eine gut vorbereitete Umgebung. Jedes Kind kann selbst entscheiden, womit es sich beschäftigt.
Jedes Material, auch jedes Spielzeug ist nur einmal vorhanden. Durch seinen hohen Aufforderungscharakter probieren die Kinder gern selbständig aus, was sie mit dem Material anfangen können. Unsere Kinder wissen, wo was im Regal zu finden ist und gehen nach eigenem Interesse immer wieder darauf zu.
An den Reaktionen der Kinder lesen wir ab, dass diese Klarheit in Zeit und Raum ihnen hilft, die Welt als geordnet zu verstehen und ihnen innere Sicherheit gibt. Als Erzieherinnen können wir mitverfolgen: Wo liegen momentan die Interessen des Kindes? Wo können wir es weiter fördern? Welche neuen Materialien können wir ihm zusätzlich anbieten? Jeden Morgen findet bei uns nach 9 Uhr für eine halbe Stunde die „tägliche Freiarbeit“ statt. Konzentriert setzen sich die Kinder mit einem Material auseinander, knöpfen oder falten, ordnen und sortieren, vergleichen, bilden Mengen, beschäftigen sich mit Farben, Formen, Zahlen oder Buchstaben. Die Kinder wählen selbst, womit sie sich auseinander setzen wollen. Manchmal brauchen sie Anregung von uns Erzieherinnen. Einige wollen es für sich allein erkunden. Andere wiederum tun es gemeinsam in kleinen Gruppen.
Luka z.B. ordnet Zahlen verschiedenen Mengen zu. Er selbst stellte sich die Aufgabe, herauszufinden, wie sich Mengen verändern, wenn man etwas hinzufügt oder wegnimmt. Intuitiv „begriff“ er grundlegende mathematische Regeln. An seinem Gesicht ist abzulesen, wie glücklich er darüber war. Auf diese positiven, freudvollen Erfahrungen wird er beim weiteren Lernen zurückgreifen können."
Barbara Korth, Leiterin
Das Kinderhaus hat einen großen Spiel- und Arbeitsraum mit Platz, Nischen und Podesten, einen Kreativ- und Essenraum sowie ein großen Garderobenraum. Den nutzen die Kinder auch für Rollenspiele oder wenn sie sich zurückziehen und den Blicken der Erzieherinnen entschwinden wollen. Im Kreativraum wird gebastelt, gemalt, geschnitten, geklebt, gefärbt, geknetet, geritzt, gebügelt und geflochten.
Ein kleiner Garten lädt zum Aufenthalt im Freien ein. Dort spielen vor allem die Jüngsten, während die größeren Kinder auf einen Spielplatz in der Nähe oder in der Natur im ummittelbaren Umfeld spannende Herausforderungen finden. Bewusst bieten die Erzieherinnen den Kindern Möglichkeiten, über ihren Alltag mitzubestimmen. Dafür erproben sie verschiedene Möglichkeiten und auch dabei unterstützen sie die Sprachentwicklung der Kinder.
Die Kinder bestimmen mit! » mehr
Halb Zehn begrüßen wir im Morgenkreis alle Kinder mit dem Lied „Guten Morgen, alle aufgewacht“. Die Kinder singen und bewegen sich zu bekannten Liedern. Wir verständigen uns über den weiteren Tages- und Wochenablauf. Außerdem besprechen wir mit den Kindern, was sie im Kinderhaus-Alltag mögen und nicht mögen und gemeinsam diskutieren wir Veränderungen. Jedes Kind in der Runde weiß, dass es sich äußern darf und erstgenommen wird. So zu sitzen und sich auszutauschen macht ihnen Spaß und stärkt ihr Selbstbewusstsein.
Darüber hinaus ist es für uns wichtig, über den gesamten Tag viele verschiedene „Sprechanlässe“ zu schaffen. Beispielsweise erzählen wir einander Geschichten, lesen vor, reimen und spielen Fingerspiele. Viele verschiedene Montessori-Materialien stehen dafür bereit. Die Kinder können Buchstaben erfühlen, nachmalen und schreiben, sich mit dem Reimdomino beschäftigen, Ober- und Unterbegriffe zuordnen, mit Memory spielen ihren Wortschatz erweitern. Bücher laden zum Ansehen, Staunen, Vorlesen und Nacherzählen ein. Über Fortschritte berichtet das Sprachlerntagebuch, das wir für jedes Kind über die gesamte Kinderhauszeit gestalten.
Einmal jährlich schauen wir bei den Drei- bis Sechsjährigen sehr genau: Wie entwickelte sich der Wortschatz weiter? Wie ist es in der Lage die verschiedenen Laute und Lautverbindungen zu bilden? Wie strukturiert das Kind seine Sätze? Welche Wortarten benutzt es? Wie fügt das Kind einzelne Worte aneinander? Brauchen einzelne Kinder mehr Unterstützung, stimmen wir unser weiteres Vorgehen mit den Eltern ab. Gemeinsam überlegen wir, wie wir das Kind in seiner Entwicklung unterstützen können."
Barbara Korth, Leiterin
In Ihre Arbeit bringen sich die Erzieherinnen auch mit ihren besonderen Stärken ein. Eine Erzieherin lernte es, Entspannungsstunden für Kinder anzuleiten und lädt regelmäßig zu diesen zusätzlichen Angebot im Kinderhaus ein.
Entspannungsstunde » mehr
Einmal in der Woche begebe ich mich mit den Kindern auf eine Traumreise. Gemeinsam mit den Vier- bis Sechsjährigen gestalten wir einen Raum um. Wir legen Matten und Kissen aus und geben dem Raum durch eine Duftlampe eine angenehm, ruhige Atmosphäre. Ich lade die Mädchen und Jungen ein, einer Geschichte zu lauschen. Diese erzählt von den Jahreszeiten, von Festen, manchmal von Tieren. Am Anfang steht eine kurze Stilleübung. Die Kinder können es sich gemütlich machen und die Augen schließen.
Mit ruhigen Worten entführe ich die Kinder ins Reich der Fantasie. Wenn die Geschichte zu Ende ist, klingt leise die Musik weiter. Jedes Kind kann zu Ende träumen und kehrt dann langsam in den Kinderhausalltag zurück. Diese angeleiteten Phantasiereisen helfen den Kindern, abzuschalten und wirklich bei sich anzukommen. Mir ist es wichtig, den Mädchen und Jungen zu vermitteln, wie sie in der Hektik des Alltages zur Ruhe kommen und auch Ängste abbauen können. In unsere Zeit geht vieles so schnell. In unserer Entspannungsstunde halten wir gemeinsam für einen Moment die Zeit an, schauen auf das Jetzt und was wesentlich ist: Wie geht es mir? Was fühle ich? Was schmecke, rieche, höre ich?
Bei den Kindern merke ich: Sie brauchen diese Pause, um tatsächlich zu verarbeiten, was sie erlebten und Ängste loszulassen. Wenn in einer abschließenden Runde der Sprechstein von Kind zu Kind wandert, sagen manche: "Jetzt ist mein Bauch ganz warm. Ich war ganz schwer.“ Das ist für mich ein Zeichen dafür, dass es ihnen gelang, für sich zu sorgen.
Ich bin davon überzeugt: Wenn Kinder von klein an gewöhnt sind, Entspannungstechniken spielerisch für sich einzusetzen, wird es sie ihr Leben lang begleiten und ihr Selbstvertrauen stärken.
Jana Kierschk, Erzieherin
Zusätzliche Angebote:
- Besuch des „Lubbi“ - einmal im Monat Spiel und Spaß im benachbarten Jugendklub
- ein monatlicher Ausflug in die weitere Umgebung, z.B. Besuch eines Theaters oder einer Ausstellung
- wöchentliche musikalische Früherziehung in unseren Räumen
- gegen ein geringes Entgelt können Kinder ab ihrem 3. Geburtstag am Training des Athletikclub Berlin teilnehmen. Montags zwischen 10.00 und 11.00 Uhr
- ein Saunatag im Monat in den Wintermonaten
Kinderhausleiterin Barbara Korth über die Besonderheiten des Montessorihauses:
"Was macht unser Kinderhaus aus? Maria Montessori schrieb:
„Hilf mir es selbst zu tun.
Zeige mir, wie es geht.
Tu es nicht für mich.
Ich kann es und will es alleine tun.
Habe Geduld meine Wege zu begreifen.
Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich mehr Zeit,
weil ich mehrere Versuche machen will.
Mute mir Fehler und Anstrengung zu,
denn daraus kann ich lernen.“
Diese Gedanken versuchen wir in unserer täglichen Arbeit umzusetzen.
Oft staunende und strahlende Kinderaugen, zufriedene und interessierte Eltern sowie hoch motivierte Mitarbeiterinnen sind für mich ein sicheres Zeichen, dass wir auf einem guten Weg sind. Wir schaffen Räume, in denen man selbstbewußt tätig werden kann, Neues ausprobiert, Akzeptanz erfährt und neugierig und freudvoll neuen Herausforderungen entgegen strebt."