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Montessori Haus
Hilf mir, es selbst zu tun
Mit wenigen Worten ließe sich der methodische Ansatz zusammenfassen, nach dem wir in unserem Montessori
Kinderhaus seit 1994 arbeiten. Wenn wir an dieser Stelle einige Worte mehr anbieten, möge es Sie vor allem dazu
anregen, unser zu besuchen. Wie so Vieles im Leben lässt sich auch der Kern der Montessori- Pädagogik besser
beobachten als beschreiben.
Das Ziel, das hinter der Montessori- Pädagogik steht, heißt: Selbstständigkeit!
Für Maria Montessori (1870- 1952) war Selbstständigkeit ein hohes Gut. Als eine der ersten Frauen Italiens
schloss sie ein Medizinstudium mit Promotion ab, vor allem aber engagierte sie sich konsequent für die Achtung
der Persönlichkeitsrechte eines jeden Menschen.
Ein Menschenleben beginnt … mit der Kindheit. Bereits da will der selbst tätig werden - selbstständig werden. Wer
will schon das Gegenteil- unselbstständig, hilflos, abhängig sein?
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Beobachten
Wir Erzieherinnen lassen uns von der natürlichen Freude des Kindes am Lernen leiten, ebenso von der Erkenntnis,
dass der Zugang zum kindlichen Denken nicht auf abstraktem Wege, sondern über die Sinne erfolgt. Jedes Kind hat
einen natürlichen Drang, alles zu berühren, zu riechen, zu schmecken.
Durch regelmäßiges intensives Beobachten erkennen wir Bedürfnisse, Interessen, Neigungen, Begabungen des Kindes.
Und weil jedes seinen eigenen Rhythmus hat, auf seine eigene Art lernt, ermutigen wir es, auch sein Tempo selber
zu finden.
Auf dem Weg zur Selbstständigkeit sammeln Kinder jede Menge sinnliche Erfahrungen: beim Zubereiten von Essen
(riechen, schmecken), beim Zusammenlegen der Wäsche (tasten, frischen Duft wahrnehmen), bei Blumenpflege oder
Pflanzaktionen (riechen, sie sehen Wachsen und Vergehen), beim genussvollen Händewaschen (Wärme, Kälte oder
Konsistenz spüren, duften) usw.
Ihre eigenes Tempo finden sollen die Kinder auch bei den praktischen Übungen des Alltags, bei alldem was sie
befähigt, Bewegungen zu koordinieren, feinmotorische Fähigkeiten zu entwickeln: Kerzen anzünden, Schuhe putzen,
abwaschen, bügeln, nähen, Tisch decken und abräumen, tragen, stapeln, sortieren, Schleifen binden, Hemden auf-
und zuknöpfen, Schnallen, Schlaufen, Ösen, Reißverschluss handhaben, Tücher falten, Teemaschine bedienen..
Materialien, die herausfordern
Von Erwachsenen schauen sich Kinder vieles ab, wünschen sich "es selbst zu tun". "Hilf mir dabei", fordern sie
uns auf, nicht unbedingt mit Worten. Sie wollen die Dinge der Welt greifen und so begreifen können.
Speziell entwickelte Montessori-Materialien dienen der Förderung der Sinne, der Feinmotorik, der
Selbstständigkeit der Kinder: Geräuschdosen (hören, horchen), Wärmekrüge (Kälte/Wärme spüren), Gewichte
(leicht/schwer), Einsatzzylinder- ähnlich Steckkastenspiel (Formen erkennen/ passt- passt nicht),
Malutensilien…zur Untersuchung von Farben, Farbabstufungen, Formen u.v.m.
Wir nenne es übrigens Arbeitsmaterial, nicht Spielzeug. Sich mit Dingen zu beschäftigen, ist für die Kinder
durchaus "Arbeit", vergleichbar mit jener der Erwachsenen. Ihre Beschäftigungen, ihr Spiel, erfährt mit der
Bezeichnung "Arbeit" eine andere Wertung, Wertschätzung.
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Von Spielzeit zur Freiarbeit
Spielsachen wie Puppenecke oder LEGO- Bausteine stehen den Kindern natürlich auch zur Verfügung- wenngleich sie
nicht zu den traditionellen Montessori-Materialien gehören. Nach dem Frühstück geht´s in die "Spielzeit", dann
meist gleitend in die Phase der "Freiarbeit". In der Spielphase machen wir den Kindern vielfältige Angebote-
Basteln, Musik, Kunst… Prinzip: Die Kinder sollen selbst entscheiden, womit sie spielen, sich beschäftigen wollen. In der Freiarbeitsphase sagen wie dann: "Jeder sucht sich jetzt eine Arbeit." Wir halten ihnen viele
Möglichkeiten bereit und offen, aus denen sie wählen, für die sie sich selbst entscheiden können.
Weniger ist mehr
Unsere Räume sind klar strukturiert, mit hellen, überwiegend weißen Wänden. Nichts soll überladen sein -"Weniger
ist mehr!". Grundsätzlich haben wir offene Regale, die Materialien darin sollen für die Kinder zu jeder Zeit
erreichbar sein und haben ihren festen Platz. Das Besondere: Jedes Material, jeder Materialsatz ist nur einmal vorhanden. Die Kinder lernen sich abzusprechen, ebenso lernen sie "Nein" zu sagen. Wenn die Einsatzzylinder nur
einmal da sind, haben die Kinder die Wahl, entweder nacheinander mit dem Material zu arbeiten, oder aber
gemeinsam. In der Regel arbeiten die Kinder dann auch zusammen.
Verstecken und Staunen
Raus ins Freie geht´s täglich, sich bewegen, sich ausprobieren. Wir achten dabei auf den Wechsel von Ruhe und
Konzentration, Bewegung und Lautsein usw.
2008 haben wir begonnen unseren 6000m2 großen Garten völlig zu verändern.
Die Wünsche der Kinder hatten Priorität.
Aus der einst ebenen Fläche entstand eine hügelige Natur- und Spiellandschaft mit Findlingen, Hängebrücke und
Tunnel, einer kleinen Theaterbühne und vielen Ecken zum Verstecken. Neben vertrauten Spielgeräten, von denen die
Kinder sich nicht trennen wollten, laden neue Geräte zum Schaukeln und Rutschen ein. Die Kinder haben beim
Pflanzen und Säen geholfen, können nun staunen, wie gut ihre Büsche, ihre Blumen wachsen und gedeihen oder wie im
Herbst die Natur den Rückzug antritt.
In einem zweiten Bauabschnitt wird der Kindertraum vom Wassermatschplatz Wirklichkeit werden.
Kosten, ob´s schmeckt
Wir achten auf gesunde ausgewogene Ernährung, dazu gehört viel Obst und Gemüse, Mittagessen aus
unserer hauseigenen Küche und ein Vesper mit verschiedenen Angeboten.
Ganz ohne geregelte Essenzeiten geht es natürlich nicht.
Doch auch beim Essen gilt Maria Montessoris Satz: "Freiheit so viel wie möglich, Grenzen so viel wie nötig."
Unser Grundsatz: Man muss nicht aufessen! Kinder essen, wenn sie Hunger haben. Und nicht alles schmeckt jedem und
das akzeptieren wir. Trinken können die Kinder wann immer sie wollen. Auch das gehört zum Selbstständigwerden:
Wenn ich Durst habe, trinke ich etwas. Nicht erst, "wenn´s dran ist."
Unsere Kompetenz für Ihre Kinder
Ausgebildete Erzieherinnen, zusätzlich mit Montessori- Diplom,
eine Facherzieherin für Integration und zwei Facherzieherinnen für Sprachförderung begleiten die
Kinder in altersgemischten Gruppen.
Unser Küchenteam sorgt für die leiblichen Genüsse und lernt engagiert mit immer mehr neuen
schmackhaften und ernährungsphysiologisch wertvollen Speisen die Freude am gesunden Essen zur Lebensgewohnheit
werden zu lassen.
Der Hausmeister! Er ist der große Retter, der immer und alles repariert und gefragter- leider im
Moment einziger - männlicher Ansprechpartner für die Kinder.
Selbstverständlich wollen wir immer mit unseren Kenntnissen und Fähigkeiten und Angeboten "aktuell" sein.
In regelmäßigen Teamberatungen und durch die interne Evaluation (eine
strukturierte Betrachtung von Arbeitsschwerpunkten und Vereinbarung neuer Ziele und Maßnahmen dazu) erweitern wir
unsere Blickwinkel und pädagogischen Kompetenzen.
Besonders intensiv können wir uns ausgewählten Schwerpunkten in den jährlich 5
Fortbildungstagen, an denen unsere Kita für die Arbeit mit Kindern nicht geöffnet ist, zuwenden.
Eltern - was wären wir ohne Sie?
Eine Elternvertretung wird regelmäßig gewählt und natürlich verständigen wir uns regelmäßig miteinander über die
Entwicklung Ihres Kindes.
Darüber hinaus freuen wir uns über jede Anregung, Unterstützung, über jede Idee von Ihnen! Bei der
Gartenumgestaltung waren Sie uns eine große Hilfe. Und wie glücklich sind die Kinder, wenn Sie sich an ihren
Feiern beteiligen - ob Sie nun Kuchen backen, etwas zum Frühstücksbüfett mitbringen, Kostüme nähen…!
Ein besonderes Vorhaben soll uns künftig jedes Jahr gelingen - eine gemeinsame Kita- Fahrt.
Ziel unserer ersten Reise 2008 war die Ostsee.
Kommen Sie, besuchen Sie unsere Kindertagesstätte, wir zeigen Ihnen - am besten ganz praktisch, wie wir die Ideen
Maria Montessoris umsetzen. Fragen Sie uns, alles was Sie wissen wollen!
Was ist uns besonders wichtig?
- Hilf mir es selbst zu tun! ...ist unser Leitmotiv.
- Das kann ich schon allein! ...wird bei uns groß geschrieben.
- Erfahrungen kann man nicht aushängen! …nicht jede Woche gibt es Vorzeigbares.
- Normen und Regeln sind wichtig … deren Sinn muss jedoch immer wieder gemeinsam betrachtet werden.
- Das wird, das kommt …! Denn jedes Kind hat seinen eigenen Rhythmus.
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